YES Gruppe1 470x281Calw ist derzeit Gastgeber von 19 Jugendlichen und neun Lehrkräften aus vier Ländern Europas. Sie sind ebenso wie neun Schüler des Hermann Hesse-Gymnasiums (HHG) Teilnehmer des „Erasmus+“-Programmes „Young Entrepreneurs on Start (YES!)“.

Calw. Voller Erwartung auf eine spannende Woche haben sich die Gäste im Alter von 16 bis 17 Jahren gemeinsam mit ihren deutschen Austauschpartnern vom HHG gestern Vormittag in der Musikschule Calw zusammengefunden. Die Freude, sich nun auch persönlich gegenüber zu stehen, war offensichtlich – bereits vor der Begrüßung durch Jürgen Stolle wurden einige „Gruppen-Selfies“ geschossen.

Lange erwartetes Treffen

Es werde derzeit in Deutschland viel an den Social-Media-Kanälen kritisiert, begann Stolle, Mitglied der Schulleitung des HHG. Doch die Schüler aus Polen, Griechenland, Spanien, der Slowakei und Deutschland hätten im Vorfeld des Treffens über Facebook und Co. bereits rege Kontakte geknüpft und so die positiven Seiten dieser Plattformen unter Beweis gestellt.

Der Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert ging auf den Vorteil für die Schüler, die an einem solchen Bildungsprogramm teilnehmen, ein. Das könne bei der Wahl des richtigen Jobs helfen. Er sprach auch das neue Mediengesetz in Polen an: Nun bestehe für die Jugendlichen die Möglichkeit, sich über die Beweggründe der polnischen Regierung auszutauschen.

„Erasmus+“ ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union, das in Deutschland von der Agentur Pädagogischer Austauschdienst (PAD) betreut wird. „YES!“, an dem die fünf Schulen um das HHG beteiligt sind, ist ein Programm aus dem wirtschaftlich-unternehmerischen Bereich. Deshalb ist es Hauptaufgabe für die Schüler in den nächsten Tagen, Geschäftspläne für Unternehmen zu erstellen, auszuarbeiten und am Ende der Woche zu präsentieren.

„Es geht darum, junge Leute an die Wirtschaft heranzuführen“, sagt Siegmut Keller vom Kultusministerium. Dazu solle die Teilnahme bei den Schülern berufliche Schlüsselkompetenzen bilden und sie bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen, so Keller.

Gefüllter Stundenplan

Für die Jugendlichen stehen im Lauf der Woche unter anderem ein Besuch bei der Seuffer GmbH in Hirsau, eine Tagesfahrt nach Stuttgart oder ein Treffen mit Unternehmern aus der Umgebung auf dem Plan. Mit der Woche in Calw ist das Programm allerdings nicht beendet. Seit Beginn des Schuljahres 2015/16 läuft es über die Dauer von zwei Jahren. In dieser Zeit sind weitere Treffen unterein­ander geplant. Untergebracht sind die Gäste in Calw größtenteils bei den Familien der deutschen Schüler.

Neben den persönlichen Erfahrungen, die Schüler und Lehrer im Laufe solcher Programme machen, stellte Keller einen weiteren Aspekt von „Erasmus+“ heraus. Man könne mit den Programmen eine europäische Identität, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, schaffen. Eine solche, sagt Keller, komme nicht aus Büchern – man müsse sich treffen und gemeinsam arbeiten.

Auch die Schulen spielen hierbei eine wichtige Rolle: Lehrer müssten ihre Schüler aufklären, mit ihnen über die Chancen und Risiken zur Europäischen Union diskutieren, meint Keller. Denn, so zitierte er einen „Vater“ der europäischen Idee, Robert Schuman: „Europäer ist man nicht von Geburt an, man wird es durch Bildung.“

Von Fabian Riesterer

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