bildung mit koepfchen

header hhg mobile schmal

Polen201979

Am Abend des 24. November 2019 machten sich neun Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 gemeinsam mit Frau Gandenberger, der Studienleiterin des Internationalen Forums Burg Liebenzell, und Herrn Kuhn mit einem Linienbus der polnischen Busgesellschaft Sindbad vom Stuttgarter Flughafen aus auf in Richtung Polen. Ziel war die polnische Kleinstadt Oswiecim (in Deutschland und weltweit besser bekannt unter dem deutschen Namen Auschwitz), die wie kein anderer Ort geradezu symbolisch für das verbrecherische System des Nationalsozialismus, für Holocaust und Shoah steht.

Bis auf einen ungeplanten Zwischenstopp um 3 Uhr nachts an der deutsch-polnischen Grenze, bedingt durch eine Buspanne, verlief die Fahrt ohne größere Vorkommnisse, doch es war sicherlich interessant zu sehen, wie viele Polinnen und Polen sich den Strapazen einer fast 20-stündigen Busfahrt unterziehen, um nach Deutschland und wieder zurück nach Polen zu gelangen. Am Vormittag des 25. November, kurz nach 11 Uhr, kamen wir schließlich in Oswiecim an. Dort wurden wir von Bussen der Internationalen Jugendbegegnungsstätte abgeholt, die uns dann in unsere Unterkunft brachten. 

Hier verbrachten wir in der Folge sechs interessante Tage, während derer wir zunächst einmal viele neue Leute kennenlernten: Erwähnen möchte ich hier natürlich die Gruppe von neun polnischen Jugendlichen sowie deren Betreuerinnen, andere deutsche Gruppen, die sich zur gleichen Zeit wie wir in der IJBS aufhielten, sowie - nicht zu vergessen - Max, einen deutschen Jugendlichen, der nach seinem Abitur als Freiwilliger ein Jahr in der IJBS verbringt und zur Integrationsfigur vor allem der vier deutschen Jungen wurde. 

Auf dem Programm standen verschiedene Workshops, während derer die deutschen und polnischen Jugendlichen, sprachlich unterstützt durch die beiden Dolmetscherinnen Magda und Helena, den Besuch der Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz I und Auschwitz II vor- und nachbereiteten, sich mit der Hate Speech der NS-Propaganda beschäftigten und sowohl einen Theater- als auch einen Kreativworkshop zum Thema Hate Speech besuchten. Ferner standen drei bzw. vier Ausflüge auf dem Programm: Am ersten Abend zeigte uns Max die Altstadt von Oswiecim, am zweiten Tag besichtigten wir das Stammlager Auschwitz sowie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, am Donnerstag fuhren wir nach Krakau, in die ehemalige Hauptstadt Polens, wo wir die malerische Altstadt mit der Marienkirche und den Tuchhallen, den Wawel mit Kathedrale und Königsschloss sowie das ehemals jüdische Stadtviertel Kazimierz besuchten, und am Freitagvormittag stand ein Workshop im Jüdischen Zentrum von Oswiecim auf dem Programm. 

Neben dem offiziellen Programm stand selbstverständlich das "inoffizielle": gemeinsames Essen (ein Lob an die polnischen Köchinnen der IJBS), gemeinsames Tischtennisspielen und gemeinsames "Rumhängen". Diese gemeinsam verbrachte Woche hat uns gezeigt, dass eine interkulturelle Jugendbegegnung bei allen Unterschieden, die sich übrigens nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei den erwachsenen Programmgestalterinnen und -gestaltern zeigen kann, vor allem die Gemeinsamkeiten von Deutschen und Polen zutage treten lässt und als ein Element dauerhafter Völkerverständigung in einem zusammenwachsenden Europa hoffentlich auch weiterhin Bestand haben wird. (Bericht: A. Kuhn/Fotos: A. Kuhn)

Polen201983
Polen201979
Polen201952
Polen201970
Polen201944
Polen201950
Polen201941
Polen201926
Polen201936
Polen201920

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen